Wie sag ich es am besten? – Willemse; Christina: Rhania, Tochter der drei Monde

Rhania

Copyright liegt bei der Autorin

Ja, wie mache ich das?

„Rhania, Tochter der drei Monde“ war das erste Buch, dass ich im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks im Sommer letzten Jahres lesen durfte.
Voll Schwung und Elan ging ich also an die Sache heran. Ich hatte das Buch auch sehr schnell durch und nun ja, meine Rezension erfolgt erst jetzt und ich weiß noch immer nicht so recht wie ich es sagen soll – Fehlgriff, um es nett auszudrücken?

Ich will der Autorin auch kein Unrecht tun. Es war ihr Erstlingswerk im Fantasygenre. Aber ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.

Zum einen habe ich selten so viele Rechtschreibfehler gesehen, wie in diesem Buch. Auch der sprachliche Ausdruck war wechselnd. Mal super naiv, eher einem Heranwachsenden ähnlich, mal gut ausgefeilt. Über Schreibfehler kann man streiten, ich entdecke nach Monaten immer wieder welche in meinen Artikeln, die mir vorher nicht aufgefallen waren. Und nachdem die Lesecommunity  im Hinblick darauf der Autorin Feedback gegeben hat, hat sie das Buch überarbeitet.

Schlimmer finde ich den Inhalt. Den Grundgedanken der Story fand ich absolut in Ordnung. Fantasy muss nicht jedesmal neu erfunden werden.
Es geht halt um ein junges Mädchen, das durch Blutsbande zu einem alten Volk gehört, dass aus der sie umgebenden Welt verschwunden ist und besondere magische Fähigkeiten hat. Doch davon weiß Rhania zu Beginn des Bandes (ja, es wird ein Mehrteiler) nichts.
Im Prolog wird kurz ihre Kindheit abgehandelt. Und die Autorin stattet das Mädchen mit ihren zehn Jahren schon powermäßig gut aus. Sie muss in der Kindheit Wölfe und Bären im Alleingang töten und als 10jährige bei ihrem Ausbilder eine Abschlussprüfung ablegen, die sie meistert. Ich wiederhole – ein zehnjähriges Mädchen, mit verbundenen Augen und die Arme waren auch nicht ganz frei – besiegt einen alten erfahrenen Kämpfer, der regelmäßig die Jugend des Dorfes ausbildet, also auch voll im Training steht.
Nun ja, bis dahin dachte ich halt Erstlingswerk, etwas über ambitioniert, aber die Autorin möchte halt hervorheben, dass die Heldin etwas Besonderes ist.

Dann verschwindet Rhania und die Handlung setzt 8 Jahre später ein. Und ab da wurde der Roman für mich absolut abstrus.
Rhania war in den 8 Jahren eine Gefangene. In Ketten gelegt, die ihre ‚Gabe‘ die sie hatte unterdrückte wurde sie von Männern gequält, gefoltert und auf übelste Art und Weise missbraucht.
Und da sind wir bei einem Punkt, der mich echt verstimmt hat. Sexuelle Gewalt kommt zunehmend auch in Fantasyliteratur zum Tragen. Ich halte das nicht grundlegend für schlimm, solange das Thema zur Handlung beiträgt. Hier tut es das nicht außer in einem sehr übersteigerten Maß zu zeigen, wie sehr die Protagonistin leiden musste (und trotzdem eine tolle Heldin ist). Zudem ist die Art und Weise, wie die Autorin die Szenen beschreibt echt hart an der Grenze des guten Geschmacks. Das haben andere Autoren schon besser gelöst. Und stimmig ist es auch nicht. Rhanias ‚Gabe‘ verhindert, dass Männer (über Frauen wird nichts gesagt) sie nicht ohne Weiteres berühren können, ohne dass sie qualvoll verbrennen. Das Eisen, in das sie geschlagen wird verhindert das jedoch. Aber in einer Kampfszene die später beschrieben wird, kann sie die Gabe trotz Eisens nutzen.

Nun ja, sei es wie es sei. Das Mädchen wird durch einen Prinzen, der auf der Suche nach einer ‚Mondblütigen‘ ist aus der Gefangenschaft freigekauft, denn er braucht sie um seine Schwester zu retten. Sehr ausführlich wird nun die Reise Richtung Heimat beschrieben – das Misstrauen, dass Rhania gegenüber allem Männlichen hat, wie sie sich immer wieder selbst versorgt (Sie ist absolut auf das Übelste zugerichtet.)
Hm, eigentlich will ich jetzt das Buch nicht vollständig nacherzählen. Aber selbstverständlich gibt es eine Übernachtungsszene in einer Herberge. Rhania und ihr Prinz sind gezwungen in einem Zimmer zu übernachten. Und es kommt wie es kommen muss, beide landen im Bett und da Rhania sich hinterher natürlich dafür schämt, bezichtigt sie den Ärmsten sie vergewaltigt zu haben und flieht aus Scham. Diese Szene ist absolut unglaubwürdig. (Zudem diesmal kein Eisen, die Gabe scheint aber nicht ausgelöst zu werden.)

Naja und da gibt es dann noch so einige Handlungsstränge die unlogisch erscheinen.

Vielleicht soll Band 2 ja alles noch ins rechte Licht rücken – doch ich werde den definitiv nicht lesen.

Dieses Buch ist für mich ein absoluter Fehlgriff und ich kann es auch keinem weiter empfehlen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: