Ein „Pubertier“ als Heldin – „Legenden von Keopra: Die Farbmagie“ von Anna Hinz

Legenden_von_Keopra

Copyright: Anna Hinz

Im letzten Herbst hatte ich die Teilnahme an einer Leserunde erhalten und muss zu meiner Schande gestehen, dass dieser Auftakt zu einer Romanreihe bei mir auf dem ebook-Reader vollkommen untergegangen ist. Doch jetzt habe ich das Buch gelesen und bin da ein wenig zwiegespalten.

»Erst durch den Besuch aller Magieströme entwickelst du das volle Potenzial deiner Kräfte«

Diamantia muss sich – wie jede Magierin vor ihr – zu den Quellen begeben, die überall im Land verteilt sind.
Die Reise, die tausende von Magierinnen mühelos auf sich genommen haben, wird für Diamantia zu einer ungeahnten und gefährlichen Herausforderung, auf der ihr, nicht nur sagenumwobene Wesen, wie Druhle, Fenarpia und Drachen, begegnen, sondern auch die Geheimnisse der Welt von Kopra.

Das Böse scheint nicht immer bös zu sein, das Gute nicht immer gut.

Druhle, Fenarpia, Drachen, andere magische und nicht magische Wesen begleiten ihren Weg.

Der Auftakt zu einer Buchreihe voller Magie, Abenteuer rund um Freundschaft und Verrat in einer anderen Welt für alle, die High Fantasy lieben.

So die Ankündigung für die Leserunde.
Inhaltlich war ich dann ziemlich enttäuscht. In diesem ersten Band geht es noch gar nicht um Diamantias Reise. Das Buch ist eine einzige Vorgeschichte. Die Autorin führt in die Geschichte ein und die stellt die Protagonisten vor. Also nichts mit Druhlen, Fenarpia und Drachen.

Und dann war die Geschichte für mich auch nicht so wirklich stimmig.

Da ist zum einen das Dorf in dem Diamantia und ihre Schwester aufwachsen. Dann gibt es noch in einem benachbarten Land die Burg, in der Zeyn die Schwarmagier anführt.
In Keopora erhalten alle männlichen Erstgeborenen Farbmagie und können diese Beherrschen. Bei Frauen scheint es so zu sein, dass sie um ihren 18. Geburtstag herum durch die Götter mit Magie bedacht werden können, aber nicht unbedingt müssen. Frauen, die diese Gabe erhalten bekommen zugleich über eine seelische Verbindung einen männlichen Beschützer. Da frage ich mich gleich warum das bei männlichen Magiern nicht auch so ist?

Aber gut. Auf jeden Fall erhält die Heldin ihre Farbmagie. Und wie kann es anders sein, sie bekommt nicht wie jede andere Sterbliche ein oder zwei Farben zugeordnet – sie bekommt alle Farben. Das ist aus meiner Sicht soweit auch in Ordnung, denn eine Heldin ist immer etwas Besonderes.
Doch hier auch gab wieder einmal eine Frage, die sich mir stellte: Da die Frauen nach dem Erwachen die Magie in ihnen in einem kleinen Ritual die entsprechenden Farben durch die Götter erhalten – warum ein verwöhntes, fast präpubertäres Mädchen?

Diamantia wird auf den 100 Seiten dieses Buches nicht ansatzweise als 18jährige dargestellt, absolut unreif und eher egozentrisch. Ich hatte eher das Gefühl das sie zwischen 12 und 14 Jahren alt sein könnte. Und sie wird ständig in Watte eingepackt. Als sie durch ihre Schwester, ihren Beschützer und eine alte Magierin des Dorfes nach dem Ritual in die Welt der Farbmagier und ihrer „Geheimnisse“ eingeführt wird, wird sich in den Dialogen (inneren wie äußeren) immer wieder bei Diamantia entschuldigt, fühlt sich diese jedesmal etwas vor den Kopf gestoßen, dass man ihr entsprechendes Wissen nicht schon vorher mitgeteilt hat.
Die Autorin mag mir verzeihen – das ist mir zu viel „Schwingungsgedöhns“.

Um es kurz zu machen, die Welt mit der Farbmagie finde ich wirklich schön, wenn auch manchmal in ihrer Erklärung noch unausgereift.
Aber ansonsten ist diese Romanreihe absolut nichts für mich, da ich mich auf 2/3 der 100 Seiten von der Hauptheldin ausschließlich angenervt fühlte. Ich empfinde den Charakter als unsympathisch.

Da die „Legenden von Keopra“ wahrscheinlich eine Reihe für Leser ist die ein Fantasysetting mit Herzschmerz und solchen Geschichten mögen, was aber so gar nicht meins ist, kommt das Buch in mein Regal Ansichtssache.

ISBN: 9783740747848
Verlag: TWENTYSIX
Erscheinungsdatum: 03.07.2018
Erscheinungsform: epub
Preis: 1,99 € (Kindle bei Amazon)

 

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