Gediegene Fantasy aus der Feder einer Autorin – Janine Prediger: Equinox – Das Lichtmal Tanayars

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Copyright: Janine Prediger

Im Januar entdeckte ich die Leserunde zu diesem Buch bei LovelyBooks und erhielt die Gelegenheit mitzulesen. Ich war recht neugierig auf das Buch, da die Vorankündigung der Autorin in der Community einmal etwas Anderes versprach, als eine fantastisch eingebettete Lovestory.

Arbeiter, Schamane, Künstler oder Herrscher – In Yaradan, der Stadt der Sonnenkinder, wird jedes Kind in eine dieser vier Kasten hineingeboren und bekommt damit einen festen Platz in der Gesellschaft zugewiesen.
Bei den diesjährigen Feierlichkeiten der Schamanenweihe kommt es jedoch zu einem grausamen Zwischenfall, bei dem eine Sonnentochter ums Leben kommt. Doch handelt es sich wirklich um eine Strafe des Sonnengottes, oder steckt etwas anderes hinter dem Tod der talentierten Schamanin?
Die Arbeiterin Kamyri glaubt nicht, dass das plötzliche Ableben ihrer älteren Schwester von den Göttern bestimmt sein soll, wie es der oberste Herrscher verlauten lässt. Ihre Zweifel und Fragen bringen die Arbeiterin schnell in tödliche Gefahr.

Auf der Suche nach der Wahrheit gerät Kamyri immer tiefer in eine dunkle Verschwörung hinein. In den verworrenen Mythen ihres Volkes findet sie Antworten, aber begegnet auch einem lange vergessenen Feind, der nicht nur ihr Leben, sondern das aller Sonnenkinder in Yaradan bedroht. – Klappentext –

Die Ankündigung gefiel mir schon einmal sehr, wie ich ja bereits oben erwähnte. Die kleine Leseprobe, die man bei Amazon einsehen kann, war eher weniger aussagekräftig, da sie lediglich einen Ausschnitt aus dem Prolog wiedergab, der als Einstieg zwar ganz nett ist, aber nicht unbedingt auf die eigentliche Handlung einging.

Zum Inhalt selber möchte ich an dieser Stelle eigentlich gar nichts weiter sagen. Die Geschichte ist schön und lesenswert. Warum?

Ich finde die Autorin gehört für mich zu den wenigen Fantasyschriftstellerinnen, die nicht zuerst an eine Beziehungsgeschichte zwischen zwei Protagonisten denkt und darum herum eine Fantasywelt baut, in der diese dann agieren können. Nein, hier hatte ich das Vergnügen wieder einmal in eine schöne und wirklich gut durchdachte Welt abzutauchen, die nicht durch nachträgliche Erklärungsnöte schwächelte. Die Umgebung war stimmig, die Gesellschaft durchdacht und nachvollziehbar aufgebaut, der mythologische Hintergrund passte und machte die Welt von Yaradan sehr schön. Die beiden Rassen mit ihren Kasten, die Beschreibung der einzelnen Personen – alles für mich gut, stimmig und absolut lesenswert. Hier hatte ich seit langem einmal wieder Pluspunkte, die ich in letzter Zeit häufig vermisst habe.

Der Erzählstil der Autorin ist sehr detailliert und dadurch für mich an einigen Stellen doch ein wenig zu ausschweifend und die Handlung ausdehnend. Aber das scheint Schriftstellerinnen eher zu Eigen zu sein als ihren männlichen Kollegen – Handlungen und Gefühle werden monologisch gerne häufiger wiedergegeben.  Dessen hätte dieser Roman für mich zumeist nicht bedurft, da die Handlungsweisen der Protagonisten  schon so gut beschrieben waren, dass es einer inneren Erläuterung der Motivation für mich häufig gar nicht gebraucht hatte. Aber auch das ist Geschmackssache, andere Leser schätzen einen derartigen Erzählstil sicher mehr als ich.

Und nun zu dem inhaltlich einzigen aber wirklich kleinen Manko für mich. Das auch hier wieder eine aufkeimende Liebe mitspielt ist schon in Ordnung, auch wenn mir eine High-Fantasygeschichte ohne Gefühlswirrungen seit Langem einmal wieder gefallen hätte.
Zudem hat das Ende um Kamyri und Kovah mir nicht gefallen und konnte mich auch nicht überzeugen. Es wirkte zu sehr bemüht eine Liebe hoffnungsvoll enden zu lassen. Dabei fand ich es vollkommen in Ordnung, dass nicht jede Beziehung für alle Beteiligte zufriedenstellend endet. Und warum sollte die Göttin den Lumondis als Tausch bei sich akzeptieren? Das passt für mich irgendwie nicht zu ihrem Wesen. Naja, wie man an mir sieht, Autoren können es einem nur selten vollkommen recht machen.

Was bleibt abschließend zu sagen?
Das Buch hat es in mein Leseregal geschafft und ich kann nur betonen, dass es sich hier um schöne Fantasy handelt, die auch aus meiner Sicht das Genre High-Fantasy wirklich bedient. Wer einmal in eine Welt entfliehen möchte, die vom gesellschaftlichen Aufbau der gängigen eher mittelalterlichen Welten nebst Elfen und Zwergen abweicht, der findet hier einmal etwas Anderes.

ISBN: 9783752859324
Verlag: Books on Demand
Erscheinungsdatum: 19.06.2018
Erscheinungsform: Paperback
Preis: 14,95 €

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