Von Wasser und Feuer – Florian Clevers: „Die Stadt der stillen Wasser“

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Copyright: Florian Clever

Heute möchte ich meine Meinung noch zu dem aktuellen Werk von Florian Clever vorstellen. Das Buch konnte ich über eine Leserunde bei LovelyBooks lesen. Kurz nach Weihnachten hatte ich es dann auch beendet, aber ich habe doch recht lange gebraucht, um meine Gedanken dazu zu formulieren.

»Der Wüstendrache hat seinen Hort verlassen. Und er geizt nicht mit seinem Feuer.«

Die Stadt Mesrée leidet unter einer langen Dürre. Schlimmer noch, ein kriegerisches Wüstenvolk zieht gegen die stolzen Mauern. Während die Eliten Mesrées zittern, kommt der Ratsschreiber Sajit mit einer mythischen Macht in Berührung. Einer Macht, die Mesrée nun dringend braucht, denn auch hinter dem Angriff der Wüstensöhne steckt mehr, als das Auge zunächst sieht. Sajit aber fühlt sich als Sandkorn in dem Sturm, der über seine Heimat hereinbricht. Er will keine Macht, er will nur Misha retten, seine Geliebte. – Ankündigungstext auf LovelyBooks

Diese Geschichte einer orientalischen Welt ist leicht zu lesen und hält so ziemlich alles bereit, was man so in diesem Milieu erwartet – Helden, Schurken, Elementare, Liebe und Verrat. Und das alles unter heißer Sonne im ewigen Wüstensand.

An und für sich ein schönes und gelungenes Setting. Sajit, der Held wider Willen ist in seiner Rolle sympatisch, ebenso wie viele andere Protagonisten, die sehr individuelle Charaktere verkörpern. Selbst die Beweggründe der Verräter und des Antagonisten der Geschichte sind durchaus verständlich und nachvollziehbar.

Trotzdem konnte mich das Buch über Strecken nicht mitnehmen. Viele Beschreibungen gerade im ersten Drittel der Handlung waren für mich zu lang und haben bei mir eher dazu beigetragen, dass ich darauf wartete, wann denn die Handlung einmal so richtig los gehen würde. Als der Stadtrat dann aus der Stadt floh und sich die Handlung verdichtete, kam endlich eine der Stärken des Autors zum Tragen. Die Handlung wurde atmosphärischer und rasanter und das konnte Florian Clever auch sprachlich richtig gut an mich heran tragen. Das Lesen machte plötzlich wieder Spaß und ich konnte mit allen Parteien mitfiebern.

Ganz gut fand ich auch die Auseinandersetzung mit Umweltproblemen über das Thema Wasser, wenn auch ein wenig sehr auffällig platziert. Ich mag es schon, wenn sich das Fantasygenre auch mit aktuellen Themen auseinandersetzt und diese mit in Handlungen einfließen lässt. Jedoch finde ich die Werke besser, in denen ich derartigen Themenbezug wirklich erst in der Auseinandersetzung mit dem Buch herausfinde. Dafür war der erhobene Zeigefinger in Die Stadt der stillen Wasser mir zu offensichtlich. Aber das ist Ansichtssache.

Gesamt betrachtet ist dieser Roman lesenswert und alle Leser, die auf der Suche nach orientalisch anmutenden Geschichten sind werden es sicherlich mögen.

ISBN: B07XBRFCMG
Verlag: Independently published
Erscheinungsdatum: 21.09.2019
Erscheinungsform: Taschenbuch
Preis: 12,99 €

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